Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind…

…da bin ich mitten unter ihnen – „Mit diesem Lied beginnen wir immer unsere Unterrichtseinheit“, berichtet Edmé Lohmann, die zusammen mit Daniela Grage die Erstkommunion-Vorbereitung für eine Gruppe von Kindern aus der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Mauritz leitet. Und schon stimmen alle Anwesenden im Gruppenraum im Souterrain der Wohnstätte Haus Gremmendorf ein. Die Drittklässler Anton, Elias, Franka, Leni und Moritz besuchen gemeinsam mit ihren Katechetinnen die Bewohner des Wohnhauses. „Und dann stellen wir unsere Gruppenkerze in die Mitte, da stehen die Namen aller Kommunionkinder aus unserer Gruppe drauf“, fügt der 8-jährige Anton hinzu.

Die Kerze soll eine Brücke bauen zwischen den Menschen. Und das funktioniert offensichtlich, auch wenn sie in der Wohnstätte aus Gründen des Brandschutzes nicht angezündet werden darf. Im Kreis sitzend mit der Kerze in der Mitte sind die anfänglichen Berührungsängste schnell vergessen. Nach dem Sprechen eines Gebetes und einer schnellen Vorstellungsrunde plappern alle munter durcheinander. „Was macht ihr denn beruflich?“ fragt Moritz. Die Antworten sind so vielschichtig wie die Menschen: „Ich sortiere Düngestäbchen.“ „Ich arbeite in der Metallgruppe.“ „Ich bin schon seit mehreren Jahren Rentnerin“. Neugierig fragen die Kinder weiter: „Und was macht ihr dann da so?“ Auch dazu gibt es von Seiten der Bewohner einiges zu erzählen.

Aber auch die Bewohner wollen etwas aus dem Leben der Kinder erfahren: „Was sind denn eure Hobbies?“ Es stellt sich heraus, dass die Kinder sich in ihrer Freizeit mit vielen Dingen beschäftigen: Schwimmen, Schlagzeug spielen, Karate, Tennis, Theater. Nachdem alle Beteiligten einige Informationen über sich und ihr Leben ausgetauscht haben, möchten die Kinder auch gerne die Zimmer der Bewohner sehen und schon erklärt sich Gerald bereit, eine kleine Führung zu machen. Gesagt, getan – staunend laufen die Kinder durch das Haus.

„So hatten wir uns das ehrlichgestanden nicht vorgestellt, dass alles so modern und individuell eingerichtet ist“, meint Edmé Lohmann. „Da wohnen wir so nah beieinander und wissen so wenig voneinander. Ich finde es richtig schön, dass wir hier sein dürfen. Da bekommen unsere Kinder ein ganz anderes Bild vom Leben der Menschen mit Behinderung.“ Auch Meike Krois, Teamleiterin im Haus Gremmendorf unterstreicht, der Begegnungstag habe allen Beteiligten viel Freude bereitet und das gegenseitige Verständnis gestärkt. Das Treffen sei bereichernd für beide Seiten gewesen. Und schmunzelnd fügt sie hinzu: „Und die Kinder haben richtig Leben in die Bude gebracht.“

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