Über 6.000 Besucher beim Erntedankfest auf Gut Kinderhaus

Trotz anderslautender Prognosen strahlte den ganzen Tag die Sonne und über 6.000 begeisterte Besucher genossen das vielfältige Programm beim diesjährigen Erntedankfest auf Gut Kinderhaus.  

Einen feierlichen Einstieg gab bereits zu Beginn der ökumenische Gottesdienst, gestaltet von Barbara Stoll-Großhans, Pastorin der evangelischen Markusgemeinde in Kinderhaus und Martin Grünert, Pastoralreferent der katholischen St. Marien - und Josef - Gemeinde Kinderhaus und Sprakel zusammen mit Mitarbeitern  und Bewohnern der Wohnstätte Gut Kinderhaus. Für die musikalische Begleitung sorgten die „Versöhnungsbläser“ und der Westfalenfleiß-Gospelchor  unter der Leitung von Leo Michalke. Das Motto „Alles zu seiner Zeit“ wurde den Gottesdienstbesuchern durch erfrischende Wortbeiträge, die Lesung, die Fürbitten und Aktionen anschaulich nahe gebracht. „Die Natur gibt uns den Rhythmus vor. Nehmt euch die Zeit, die das Wachsen und Reifen mancher Dinge braucht. Euer Vertrauen und eure Geduld werden dann belohnt. Das sieht man zum Beispiel an der reichhaltigen Ernte, den Äpfeln, dem Mais, den Kürbissen und weiteren Früchten, die hier in der Hofscheune präsentiert werden“, erklärte Barbara Stoll-Großhans und schloss somit den Kreis zum Erntedankfest. 

Hubert Puder, Sprecher der Westfalenfleiß-Geschäftsführung, begrüßte anschließend die Gäste und eröffnete die Aktions- und Verpflegungsstände mit den Worten: „Gut Kinderhaus ist ein Ort der Inklusion. Also lasst uns alle zusammen – Menschen mit und ohne Behinderung, Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Nationalitäten – einfach nur einen schönen Tag erleben.“ 

Und das wurde es in der Tat: ein wirklich rundum wunderschöner Tag! „Es gibt heute wieder viel zu erleben und auszuprobieren. Ich komme immer wieder gerne hierher “, schwärmt Sabine Baldus, die nicht nur zum Erntedankfest, sondern auch sonst  regelmäßig das Gut Kinderhaus besucht. „Ich komme gerne auch zum Erdbeerpflücken, zur Himbeerernte, kaufe im Hofladen ein und esse den leckeren Kuchen im Café“, erklärt sie, „aber heute genieße ich erst einmal die vielen Aktionen zum Fest. 

Und davon gab es reichlich auf dem weitläufigen Gelände.  „Wie schwer ist der Esel mit dem Knick-Ohr“ – dieses Schätzspiel war eines von den zahlreichen Spielstationen. Auf den Punkt genau – nämlich 303 kg - erriet Jakob Plesker das richtige Gewicht des Grautiers und durfte sich als Preis über ein Brotbrett aus der Westfalenfleiß-Manufaktur und diverse Leckereien aus dem Hofladen freuen. Mit dem Schätzwert 301 kg erhielt Angelika Gerhardy den zweiten und mit 300,60 kg Desireè Rohr den dritten Preis. 

Einträchtig genossen alle auch die vielen weiteren Attraktionen vom Zauberer über die Strohburg, bis hin zu Planwagenfahrten, Kartoffeldruck, Ponyreiten, Kinderschminken, Getreidequizz, Hüpfburg oder Torwandschießen. „Das Gestalten der Grasköpfe hat mir besonderen Spaß gemacht“, schwärmt die 8-jährige Laura. „Mein selbstbemalter Topf für das Gras sieht echt lustig aus.“ 

Ein Publikumsmagnet war auch die Präsentation alter Handwerkstechniken: Korbflechten, Spinnen und Drechseln. „So etwas sieht man heutzutage sonst nicht mehr häufig. Es ist schön, dass es Menschen gibt, die diese Tradition noch weiter fortführen “, freut sich eine Besucherin. 

Beliebt war auch die Hofrallye mit vielen Fragen rund um das Gut Kinderhaus und das Erntedankfest. Per Los wurden aus den mit dem Lösungswort „Teilhabe“ richtig beantworteten Fragebögen drei Gewinner gezogen. Über den Hauptpreis, ein Frühstücksbuffet für zwei Personen im Café Gut Kinderhaus, durfte sich Dirk Neugebauer freuen. Die beste Reiterin beim Bullriding war mit 1 Minute und 42 Sekunden die 9-jährige Jule Stokowy. Sie und ihre Familie  schätzten sich glücklich über den Gewinn einer Planwagenfahrt mit Verpflegungskiste für 15 Personen. 

Weiterhin gab es Marktstände mit frischem Obst und Gemüse, Besen, Bürsten und weitere Produkte aus der WF-Manufaktur, Pflanzen, Fruchtaufstriche und Speiseöle  aus dem Hofladen, Deko-Artikel, Infos rund um die Bienen vom Gut Kinderhaus und weitere Informationsstände.  Ein attraktives Musik- und Showprogramm rundete die Attraktivität des Festes ab:  Livemusik mit der Jazzband „Swing and more“, Lieder zum Mitsingen von Tina Wiening, Zaubershow mit Endrik, eine Tanzdarbietung der „Tanzbande“ und der „Roten Funken“ der Reckenfelder Karnevalsgesellschaft, die Musikgruppe der Papst-Johannes-Schule sowie die Rock- und Pop-Gruppe „Wir“. 

Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. In der Hofscheune wurden Kaffee, mehrere Sorten Kuchen und frischgebackene Waffeln angeboten. Die Westfalenfleiß-Tochtergesellschaft MDS GmbH verwöhnte die Gäste mit Bratwurst, Steaks, Reibekuchen, Erbsensuppe und Pilzpfanne. Und schließlich konnte man sich am Getränkestand unter anderem ein leckeres Bierchen gönnen. 

„Besonders erfreulich ist es, dass so viele Familien mit Kindern gekommen sind“, betont Hubert Puder. „Wir haben in der letzten Zeit hier einiges umgestaltet, um unseren Hof noch attraktiver für Eltern mit Kindern zu machen. Die Kinder lernen dann schon früh, Menschen mit Behinderungen ohne Vorurteile zu begegnen und werden so zu Multiplikatoren für die Leitidee von Inklusion.“ Das Fest sei aber auch ein wichtiges Ereignis für die Menschen mit Behinderungen, die auf dem Hof arbeiten und wohnen. „Sie sind stolz zu zeigen, wie sie leben und welche Leistung sie erbringen.“ Die anderen Gäste hingegen würden erfahren, dass das Leben manchmal auch anders kommen könne, als erwartet, dass es aber trotzdem schön sei.  

Und er resümiert: „Das heutige Fest wäre ohne den Einsatz der vielen haupt- und ehrenamtlichen Organisatoren und Helfer nicht möglich gewesen. Alle haben nicht nur tatkräftig mit angepackt, sondern sind vor allem auch unseren Gästen mit viel Herzlichkeit  und Freundlichkeit begegnet. Mit ihrem großen Engagement haben die Helfer maßgeblich zum Erfolg des heutigen Tages beigetragen und dafür möchte ich allen Beteiligten meinen Dank aussprechen.“

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