5. Mai – wir waren dabei!

Mehrere hundert bunte Luftballons ließen die rund 600 Teilnehmer des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai auf dem Stubengassenplatz mitten in Münster in die Luft fliegen. Zusammen sangen sie dabei „Ein hoch auf uns“ von Andreas Bourani. Damit brachten sie zum Abschluss der Veranstaltung das Aktions-Motto „Münster bekennt Farbe“ symbolisch auf den Punkt. Mit dabei waren auch Schüler und Lehrer aus den Partnerstädten Lublin und Rjasan, die im Rahmen eines trinationalen Malprojektes mit Jugendlichen mit Down-Syndrom zu Gast in Münster waren. 

„Münster ist lebenswert, bunt und vielfältig und das soll auch so bleiben“, erklärte Moderator Hanno Liesner, Vorstandsvorsitzender des Funky e.V., zu Beginn der Aktion und führte mit viel Schwung durch das folgende Programm.  

Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson brachte einen Gruß der Stadt Münster und erklärte, diese Aktion passe gut zu Münster. Denn viele Bürger der Stadt machten sich immer wieder mit Veranstaltungen und Protestaktionen für die Gleichberechtigung aller Menschen und die Vielfalt in der Stadt stark und das hier sei „Protest in seiner schönsten Form – mit Tanz und Rudelsingen“. Ansprechender und mitreißender könne man solch einen Tag wohl nicht gestalten.

Westfalenfleiß-Geschäftsführerin Gerda Fockenbrock begrüßte die Gäste in ihrer Funktion als stellvertretende Vorsitzende der Regionalkonferenz und stellte fest: „Leider gibt es im täglichen Leben immer noch ganz viele Barrieren, die die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung verhindern. Wir wollen hier und heute ein Zeichen setzen, dass jeder in dieser Stadt ein willkommener Bürger ist, ganz gleich ob jung oder alt, ob behindert oder nichtbehindert, ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Alle Bürger sollen als Teil dieser Stadt wertgeschätzt werden und am Leben in der Gemeinschaft uneingeschränkt teilhaben können.“ 

Michael Angly, Sprecher der WiM, schloss sich in seiner Begrüßung diesen Worten an: „Wir von der Selbstvertretungsgruppe `Wir Menschen mit Lernschwierigkeiten in Münster´ setzen uns dafür ein, dass die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung in Münster weiter verbessert werden. Wir wollen zeigen, dass hier viele unterschiedliche Menschen leben, auch Menschen mit Behinderungen. Wir alle gemeinsam sind Münsteraner Bürger. Alle Menschen sollen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben. Darauf wollen wir heute aufmerksam machen. Und deshalb gestalten wir den heutigen Tag gerne mit.“ Mitglieder der WiM und weitere Menschen mit Behinderung hatten sich im Vorfeld mit Schülerinnen und Schülern der Realschule und des Gymnasiums Wolbeck zu „Tandems“ zusammengefunden. Diese Tandems übernahmen beim Protesttag die Aufgabe, auf  Passanten zugehen und mit ihnen über die Bedeutung des 5. Mai zu sprechen. Sie überreichten dann kleine Pflanztöpfchen mit vorgezogenen Sonnenblumen mit der Bitte, diese Blumen zu Hause auszupflanzen und somit die Stadt farbiger und bunter zu gestalten – als Symbol für die Vielfalt der Menschen in Münster. 

Auf der Bühne ging es unterdessen mit viel Bewegung weiter. Die Tanzformation `Funky Movements´ heizte mit ihrem Tanz zum Song „Believe me“ der Gruppe „The Rosenbarts“ ordentlich ein.  Bereits 2015 brachte der Funky e.V. unter der Leitung von Hanno Liesner mit diesem Titel im Rahmen eines Flashmobs 1.300 Menschen auf dem Hafenplatz zusammen, um gemeinschaftlich für Vielfalt zu tanzen. Und schon nach einigen Takten schwangen auch auf der Stubengasse alle 600 Teilnehmer das Tanzbein. Der ganze Platz klatschte, tanzte und sang mit – die Stimmung war überwältigend. So ging es auch weiter, als Peer Wilke die Anwesenden zum Mitsingen animierte. „Ein Stern“ von DJ-Ötzi und „Tage wie diese“ von den Toten Hosen erschallte aus zahlreichen Kehlen durch Münsters Innenstadt. 

Und schließlich endete die Aktion mit dem große Finale: „Ein Hoch auf uns“ mit den bunten Luftballons. Der Tag hat eindrucksvoll gezeigt: eine Gesellschaft, eine Stadt, in der alle gemeinsam leben und sich in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren - das ist eine Bereicherung für alle!

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