Ich bin stark und Expertin für mich selbst

„SELMA – Expertin für sich selbst“ – so lautet der Titel eines Kurses zur Stärkung der Wertschätzung für sich selbst und zum Training der Selbstbehauptung für Frauen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Unterstützt von ihren Bildungsbegleiterinnen, Marlies Autering und Diana Gravelschomaker, nahmen sechs Frauen aus dem Berufsbildungsbereich am Kesslerweg an diesem Präventionsprojekt mit Seminarleiterin Elisabeth Klingseis und ihrer Assistentin, Lisa Nortmann, vom Verein „Frauen und Mädchen Selbstverteidigung und Sport Münster e.V.“ teil.

SELMA bietet den Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich selbst, ihren Körper, ihre Kraft und ihre Grenzen in einem geschützten Rahmen kennen zu lernen, um so Expertin für sich selbst zu sein. Das Seminar gliederte sich in drei Kurseinheiten. Im ersten Modul drehte sich alles um die Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. „Mit Spielen, Aufgaben oder Übungen können die Frauen dabei ihre individuellen Möglichkeiten und ihre eigenen Stärken entdecken. Sie lernen, sich abzugrenzen, sich bei Bedarf zu schützen und ihre Verhaltensmöglichkeiten zu erweitern“, erklärt Elisabeth Klingseis. Teilnehmerin Ina erzählt: „Wir haben gelernt „Stop“ zu sagen, wenn uns etwas nicht gefällt. Da hat sich zum Beispiel die Frau Klingseis eine Kappe aufgesetzt und war im Rollenspiel der „Bernd“. Der saß dann im Kino neben uns und hat uns angetatscht. Wir haben dann geübt, ganz deutlich „Nein“ zu sagen. Das ging bei jedem Üben besser.“ Das zweite Projekt-Modul hieß: „Mein Körper als Frau“ und beschäftigte sich mit Fragen rund um den eigenen Körper und die Sexualität: Was bedeutet es, eine Frau zu sein? Wie kann ich mich in meinem Körper wohlfühlen? Was kann ich mir Gutes tun? Wie ist das mit der Sexualität? Wie kann ich mir Hilfe holen, wenn mir jemand weh tut? Um den Teilnehmerinnen weitere Möglichkeiten aufzuzeigen, sich bei Bedarf helfen zu lassen, stellte an einem Seminartag Daniela Stöveken den Absolventinnen auch das Beratungs- und Unterstützungsangebot des Frauennotrufs vor.

Im dritten Modul „Anders als ich – Anders als du“ beschäftigten sich die Teilnehmerinnen damit, wie man mit Unterschieden zusammen leben und eine bunte Vielfalt als wertvoll erachten kann. „Die Frauen haben gelernt, dass Menschen verschiedene Bedürfnisse haben und dass das ok so ist. Sie haben erarbeitet, sich selbst mit ihren Bedürfnissen zu mögen und andere zu respektieren, aber auch, sich angemessen zu wehren, wenn Grenzen überschritten werden“, erläutert Elisabeth Klingseis. 

Und sie spricht den Teilnehmerinnen ein großes Lob aus: „Ihr wart sehr neugierig, habt viel gefragt und wart sehr offen miteinander.“ Teilnehmerin Vanessa hat es auch gefallen, dass sie so gut miteinander über Probleme sprechen konnten. Trotz der ernsten Themen hatten sie aber auch viel Spaß miteinander, sind sich am Ende alle einig. „Besonders im Rollenspiel mit „Bernd“ haben wir herzlich gelacht – der hat es in Zukunft richtig schwer bei uns“, ist sich Teilnehmerin Carina sicher.

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