Ganz im Zeichen der Werkstattratswahlen - Vollversammlung der Beschäftigten

„Die heutige Versammlung steht ganz unter dem Motto der Wahl“, eröffnete der Vorsitzende des Gesamtwerkstattrates der Westfalenfleiß GmbH, Frank Szypior, die diesjährige Vollversammlung der Werkstattbeschäftigten und begrüßte die Vertreter des Wahlvorstandes, seine zahlreich erschienenen Kolleginnen und Kollegen sowie Günter Honerpeick als Elternvertreter. 

Alle vier Jahre werde der Werkstattrat neu gewählt und in diesem Jahr sei es wieder so weit, kündigte er an und erklärte den Anwesenden die seit Januar 2017 in Kraft getretenen gesetzlichen Änderungen, die zum Teil auch die Werkstatträte betreffen. Das Wichtigste sei, dass jetzt aus der Mitwirkung eine echte Mitbestimmung geworden sei. „Dafür haben wir viele Jahre gekämpft“, berichtete er nicht ganz ohne Stolz und erklärte kurz den Unterschied zwischen einer Mitwirkung und einer Mitbestimmung. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass Interessierte sich nach der Versammlung ein Informationsblatt in Leichter Sprache zu den neuen Regelungen in der Werkstätten-Mitwirkungsverordnung abholen können. „Mehr Rechte bedeuten aber auch mehr Pflichten und mehr Verantwortung“, fügte er hinzu und ermunterte die Zuhörer, sich zur Wahl aufstellen zu lassen, allerdings mit dem Hinweis darauf, dass die betreffenden Kollegen ein wirkliches Interesse mitbringen und sich der damit verbundenen Verantwortung bewusst sein sollten. 

Dazu gab es dann aus dem Publikum zahlreiche Fragen: „Muss man bestimmte Voraussetzungen mitbringen, wenn man sich wählen lassen will?“ „Welche Aufgaben hat ein Mitglied des Werkstattrates und wer legt diese fest?“ „Bekommt man als Werkstattrat ein höheres Entgelt?“ „Wie wird der Vorsitzende gewählt?“ Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten: „Es gibt keine bestimmten Voraussetzungen, man soll aber Interesse mitbringen an der Arbeit in diesem Gremium. Und man soll die Bereitschaft zeigen, an Fortbildungen teilzunehmen. Die Aufgaben der Werkstatträte ergeben sich aus dem Alltag und werden untereinander aufgeteilt. Man bekommt kein höheres Entgelt und über den Vorsitz wird von den gewählten Mitgliedern des neuen Werkstattrates abgestimmt.“ 

Die neuen gesetzlichen Regelungen sehen auch erstmals die Wahl einer Frauenbeauftragten vor. Welche Aufgaben damit verbunden sind und wie sie gewählt wird, stellte Werkstattratsmitglied, Kathrin Lux, im Plenum vor. Sie betonte dabei, dass die Frauenbeauftragte kein Mitglied des Werkstattrates und auch keine Konkurrenz zum Werkstattrat sei: „Selbstverständlich können die weiblichen Kolleginnen auch weiterhin mit ihren Wünschen, Anregungen und Problemen zum Werkstattrat kommen. Manche Frauen haben aber vielleicht mal Fragen oder ein Anliegen, das sie nicht mit dem Werkstattrat besprechen wollen, sondern nur mit einer Frau.“ Zum Ablauf der Wahlen des Werkstattrates und der Frauenbeauftragten im Oktober dieses Jahres werde es noch rechtzeitig konkrete Informationen geben, stellte Frank Szypior in Aussicht. 

Aus dem Publikum kamen dann noch Fragen und Anregungen zur Verbesserung des Arbeitsalltags in der Werkstatt. „Wir werden uns für eure Anliegen stark machen“, versprach Frank Szypior und bedankte sich am Ende für die Aufmerksamkeit der Versammelten.

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