Der Ton der Bienen

Mal tragend und ruhig, dann wieder lebhaft und schwirrend ertönten Bratschenklänge unter den lichtdurchfluteten Bäumen am Ende der Kirschbaumwiese auf Gut Kinderhaus. Die musikalischen Passagen aus Werken von Schubert, Bach, Mendelssohn und weiteren Komponisten, virtuos gespielt von Annette Ritter-Berger auf der Bratsche, waren exakt abgestimmt auf verschiedene Textauszüge aus dem Buch „Das Leben der Bienen“ von Maurice Maeterlinck, vorgetragen von Michael Westermeier. Gespannt folgten rund 40 Zuhörer dem „Ton der Bienen“. 

Die Idee zu der Veranstaltung mit diesem Titel hatten die Hobby-Imker, Margret Topp und Winfried Jaeger. Seit einigen Monaten kümmern sie sich um die Bienenstöcke von Gut Kinderhaus. „Mit Beginn meiner Altersteilzeit-Rente vor drei Jahren, habe ich angefangen, mich mit dem Thema Bienen und Honig zu beschäftigen“, erklärte Margret Topp, ehemalige Mitarbeiterin der Westfalenfleiß GmbH, bei ihrer Begrüßungsrede an die Gäste. „ Ich habe dann meinen Imkervater, Winfried Jaeger, kennengelernt, der seine Imkertätigkeit bereits seit 35 Jahren ausübt und mir alles Wissenswerte zu diesem Thema beigebracht hat. Und nun halte ich in meinem eigenen Kleingarten Bienenstöcke“, so Margret Topp weiter. 

Vor einiger Zeit sei dann ihr ehemaliger Kollege, Andreas Beyerlin, Bereichsleitung Landwirtschaft auf Gut Kinderhaus, auf sie zugekommen und habe sie gefragt, ob sie sich vorstellen könne, die verwaisten Bienenstöcke auf der Kirschbaumwiese in ihre Obhut zu nehmen. Zusammen mit Winfried Jaeger habe sie sich dann gerne dieser Aufgabe gewidmet. Als sie das Buch “Das Leben der Bienen“ gelesen haben, seien sie so  von den Inhalten und der Sprachkraft der Worte fasziniert gewesen, dass sie den Wunsch hatten, diese Faszination mit weiteren Menschen zu teilen. Und so sei ihnen die Idee zu dieser Veranstaltung gekommen. 

In der Tat waren die Gäste gefesselt von der textlichen und musikalischen Darbietung. Michael Westermeier als Vorleser gelang es hervorragend, die Zuhörer in den Bann des Werkes zu ziehen. Der Autor des Buches „Das Leben der Bienen“, Maurice Maeterlinck, war zu seinen Lebzeiten Nobelpreisträger für Literatur und hat selbst Bienen gezüchtet und erforscht.  Die Tageszeitung Berlin hatte einmal geschrieben: „Es ist ein wunderbares Buch, in dem Maeterlinck sein Publikum zum fröhlichen Schwärmen der Tiere mitnimmt, ihrer feierlichen Stadtgründung beiwohnt oder die jungen Königinnen auf ihrem Hochzeitsmarsch begleitet.“ 

Und genau das durften die Gäste auf der Bienenwiese beim Lauschen der Texte und der dazu passenden Bratschenmusik hautnah erleben. „Es hatte etwas von Gänsehautfeeling“, schwärmte eine Besucherin am Ende der Veranstaltung „ als zu guter Letzt noch der, `Hochzeitsmarsch´ aus dem `Sommernachtstraum´ von Mendelssohn erklang, hat mich das richtig angerührt. Es war ein toller Sonntagvormittag!“

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